
Hier finden Sie die Spielkarte mit den Texten des Sprachkurses Deutsch zum Download.
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Wer Deutsch als Fremdsprache büffelt, wird nicht nur in den Kursen genau aufpassen. Auf der Strasse hört man Worte, die im Unterricht nicht vorkommen. Schwul ist so ein Wort. Nach der Bedeutung zu fragen, könnte peinlich werden.
Unser Sprachkurs bietet drei kleine Texte zu Begriffen aus der schwul-lesbischen
Lebenswelt; denn Vokabeln lernt man am besten im Zusammenhang.
Die Worterklärung
finden Sie, wenn Sie indem Sie die Maus auf den unterstrichenen Begriff
führen. Sie können
aber auch den Text im rechten Hinweisfenster downloaden und ausdrucken.
Wie wird aus einem Schimpfwort ein neutraler Ausdruck?
Homosexuelle Männer wurden schon im
19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum als Schwule bezeichnet. Der Ausdruck
schwul war abwertend gemeint und soll,
laut Etymologen, auf den Ausdruck schwül (drückend feuchtheiß)
oder Schwulität
( Bedrängnis) oder ( Peinlichkeit) zurückgehen.
Die Schwulenbewegung in Deutschland griff
in Ermangelung eines positiven
Ausdrucks in den 70er Jahren den Begriff auf und besetzte ihn positiv,
indem homosexuelle Männer sich nach und nach selbst als Schwule bezeichneten.
Die negative
Konnotation ist heute verschwunden,
auch wenn das Wort in der Jugendsprache manchmal im Sinne von langweilig oder
uncool verwendet wird. Das Adjektiv bzw. Substantiv taucht heute in Namen von
Vereinen, Politikerreden
oder offiziellen Dokumenten auf und ist in aller Munde .
Sie ist das bekannteste Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung und wurde schon 1978 vom nordamerikanischen Künstler Gilbert Baker aus San Francisco entworfen. Mittlerweile ist die Regenbogenfahne weltweit anerkannt und Erkennungszeichen für Lesben und Schwule. Die Fahne besteht aus sechs Streifen in unterschiedlichen Regenbogenfarben und steht für Stolz und Vielfalt schwullesbischen Lebens. Rot steht wohl für das Leben, orange für Gesundheit, gelb für die Sonne, grün für die Natur, Blau für Harmonie und violett für den Geist. Nachdem im November 1978 Harvey Milk, ein offen schwul lebender Stadtrat in San Francisco, ermordet worden war, trugen bei der Schwulenparade im Jahr darauf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Zeichen des Protests und der Trauer die Regenbogenfahne.
Regenbogenfamilien stellen eine eigenständige Familienform dar. Andere Familienformen sind zum Beispiel Eineltern-Familien, Patchwork-Familien und Stieffamilien. Von Regenbogenfamilien spricht man, wenn zweier erwachsener Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung, Verantwortung für das die Erziehung ihrer Kinder übernehmen. Außerdem gibt es auch noch alleinerziehende lesbische Mütter oder schwule Väter mit Kindern. Meistens stammen die Kinder lesbischer Mütter oder schwuler Väter aus vorangegangenen heterosexuellen Beziehungen. Zunehmend geben heute lesbische und schwule Paare Pflege- und Adoptivkindern ein neues Zuhause. Oder lesbische Frauen entscheiden sich bewusst für ein leibliches Kind durch heterologe Insemination.
Die Zeiten der behaupteten Kinderlosigkeit von Lesben und Schwulen gehören also endgültig der Vergangenheit an.
Zwar hinkt die Politik der gesellschaftlichen Realität noch immer hinterher. Doch das Thema Regenbogenfamilien
drängt unaufhaltsam in die Öffentlichkeit. Während viele heterosexuelle Ehen kinderlos sind und bleiben,
wachsen in immer mehr gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften Kinder auf. Viele lesbische und schwule Paare tragen
längst Verantwortung für die Erziehung und das Wohlergehen von Kindern.
Doch die gesellschaftlichen und
rechtlichen Rahmenbedingungen sind oft ungünstig. Viele Regenbogenfamilien
leben in einer gewissen Isolation, denn sie kennen keine anderen Regenbogenfamilien.
Manchmal verbergen Eltern oder Kinder
die Homosexualität der
Eltern aus Angst vor Diskriminierung. Regenbogenfamilien werden auch rechtlich
benachteiligt, etwa im Steuerrecht, was immer zulasten der Kinder geht. Mit
Chancengleichheit hat dies nichts zu tun.