LSVD


Homosexualität und Migrationsfamilien

Rollenspiel | Olga bittet um Rat


Eltern, deren Kinder homosexuell sind, brauchen die Unterstützung von Familienangehörigen und Bekannten. Dieses Rollenspiel beschäftigt sich mit den Reaktionen des sozialen Umfeldes. Wir haben dieses Szenario dank interessanter Diskussionen mit aktiven Menschen des BEFAH e.V. (Bundesverband von Eltern, Freunde und Angehörige von Homosexuellen) als Überarbeitung unserer Methoden entwickelt.

Das ursprüngliche Rollenspiel „Hatice bittet um Rat“ finden Sie weiterhin in verschiedenen Sprachen im Downloadbereich ("Altes Rollenspiel").

Olga bittet um Rat

Eines Tages steht Eure Freundin Olga überraschend von der Tür. Sie ist ganz blass und verwirrt. Beim Tee sagt sie dann:

„Weißt du, Tanja, meine Nichte hat mir gerade etwas erzählt, und ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Du weißt ja, wir haben so ein gutes Verhältnis, sie war schon immer meine Lieblingsnichte. Und als sie noch klein war, ist sie immer zu mir gekommen, wenn sie Ärger hatte. Mit 20 Jahren ist sie ja inzwischen schon erwachsen. Und wir alle dachten, es wird mal Zeit, dass sie endlich einen Mann findet und Kinder bekommt.

Aber jetzt ist sie zu mir gekommen und wollte meinen Rat. Sie hat mir erzählt, dass sie sich in ein Mädchen, eine Arbeitskollegin verliebt hat. Das geht schon ein paar Monate, dass sie sich treffen. Und jetzt wollen sie zusammenziehen, weißt du, so wie ein junges Paar heutzutage. Und sie fragt mich, wie sie das ihren Eltern sagen soll. Ich weiß es doch selbst nicht – wenn sie nun meine Tochter wäre? Sie hat solche Angst davor, dass ihre Eltern das nicht akzeptieren. Dabei sieht sie so glücklich aus, wenn sie erzählt von ihrer … wie heißt das eigentlich dann? Und was soll ich ihr bloß sagen?“

Was würdet Ihr Eurer Freundin raten?

Spielanleitung

Das frei assoziierte Rollenspiel eignet sich für Gruppen von 5 bis 20 Personen. Es empfiehlt sich, die Leiterin der Gruppe oder eine engagierte Person im Vorfeld zu fragen, ob sie bereit ist, die Rolle von Olga (der Tante) zu übernehmen. Wenn die „Tante“ mitspielt, etwa indem sie beharrlich fragt oder die Geschichte ausschmückt, entwickelt sich sehr schnell eine lebhafte und intensive Diskussion. Überflüssig zu sagen, dass hier niemand etwas falsch machen kann, oder?