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Homosexualität und Migrationsfamilien

Familie Romanowa | „Natürlich bin ich stolz auf sie!“


Margret Romanowa ist 68 Jahre alt. Sie hat 3 erwachsene Kinder und 3 Enkelkinder. Ihre jüngste Tochter Katrin ist 42 Jahre alt und lesbischlesbisch
Griechisch: von der griech. Insel Lesbos, auf der die Dichterin Sappho um 600 v. Chr. gelebt hat. Um die berühmte Philosophin und Künstlerin Sappho hatte sich ein Zirkel wissenshungriger und begabter Mädchen gesammelt. Früher sprach man daher auch von der "sapphischen Liebe" zwischen Frauen. Heute bezeichnet man die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Frauen als ‘lesbisch’.
. Frau Romanowa hat zunächst in der ehemaligen DDR gelebt. Sie lernte dort ihren ersten Mann kennen und bekam ihren ersten Sohn. Als sie Ende zwanzig war, heiratete sie einen sowjetischen Offizier und zog mit ihm in die Nähe von Moskau. Zwei weitere Kinder, Iwan und Katrin, sind von ihm. Vor 23 Jahren trennte sich Margret Romanowa von ihrem Mann und kehrte mit den Kindern zurück nach Deutschland. Katrin hatte ihrer Mutter schon früh gesagt, dass sie nie heiraten wolle. Das fand Frau Romanowa icht schlimm. Denn schließlich sollte ihre Tochter nicht so leiden, wie sie selbst mit den Vätern ihrer 3 Kinder. Frau Romanowa hatte sich nie bewusst mit dem Thema HomosexualitätHomosexualität
Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird. Homosexualität ist ein Aspekt der äußerst vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Homosexualität ist den Schwulen und Lesben so selbstverständlich wie der Bevölkerungsmehrheit die Heterosexualität. In allen Kulturen und Epochen der Weltgeschichte findet man Menschen, deren Gefühle und sexuelle Wünsche sich auf das eigene Geschlecht richten. Homosexualität bedeutet nicht nur Sex, sondern vor allem lieben und geliebt werden. Homosexualität gehört zu den Möglichkeiten des Menschengeschlechts. Erklärungsbedürftig ist somit nicht die Homosexualität. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, warum in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen Schwule und Lesben verachten und anfeinden.
beschäftigt, obwohl es bei ihrer Arbeit im Pflegeheim ein Frauenpaar gab.

Mutter Romanowa findet, dass Homosexualität kein Grund zum Lästern ist.

Vor 11 Jahren erklärte Katrin Frau Romanowa nebenbei, dass diese eine Freundin ihre Partnerin sei. Frau Romanowa erinnert sich noch genau an ihre eigene Reaktion: „Wenn ich ganz ehrlich sein soll, – ich war erleichtert. Sie hatte doch schon 2 Kinder! Und das ist genug!“ Katrins Kinder sind heute 16 und 14.
In der Familie hat nur Katrins Halbbruder Wolfgang ein Problem damit, dass sie lesbischlesbisch
Griechisch: von der griech. Insel Lesbos, auf der die Dichterin Sappho um 600 v. Chr. gelebt hat. Um die berühmte Philosophin und Künstlerin Sappho hatte sich ein Zirkel wissenshungriger und begabter Mädchen gesammelt. Früher sprach man daher auch von der "sapphischen Liebe" zwischen Frauen. Heute bezeichnet man die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Frauen als ‘lesbisch’.
ist. In Potsdam erzählte er herum, Katrin sei drogenabhängig und pervers. Margret Romanowa glaubt, dass Wolfgang das seiner Frau und deren Freundinnen nachplappert. Eigentlich aber ist er wohl neidisch. Katrins Kinder sind sehr gut in der Schule, selbstbewusst und aufgeschlossen. Mit Wolfgang hat Katrin jetzt keinen Kontakt mehr, auch seine Mutter hat ihm diese Lügen noch nicht vergeben.

„Zur Heirat würde ich kommen und allen zeigen, wie schön und natürlich das ist!“

Die Beziehung zwischen Frau Romanowa und Katrin ist gut, Frau Romanowa unterstützt Katrin bei der Kinderbetreuung, wo es geht. Sie meint, manche Homosexuelle stellen sich zu übertrieben dar. Aber an sich ist es doch „das Natürlichste, was es gibt, ganz normal.“ Für Frau Romanowa hat sich nichts geändert, seit sie weiß, dass ihre Tochter Frauen liebt. Sie versteht nicht, warum viele mit Homosexuellen Probleme haben. Die Nachbarn wissen Bescheid, Frau Romanowa hat ihnen das selbst erzählt.
Ihrer Meinung nach ist ihre Tochter genauso glücklich oder genauso unglücklich wie andere. Sie findet es toll, dass Katrin ihr Leben so im Griff hat. „Ich bin sehr stolz auf Katrin, sehr, sehr stolz!“ Beziehungsprobleme gibt es in heterosexuellen Beziehungen doch auch. Nur Katrins erste Partnerin war genauso ein Schmarotzer wie ihr Ex-Mann, der Vater der beiden Kinder. „Ein Glück, dass der weg ist!“ Sollte Katrin je wieder heiraten – eine Frau natürlich, geht Frau Romanowa auf jeden Fall hin. Sie würde ihre Schwester mitnehmen und ihr zeigen, wie schön und natürlich das ist!