LSVD


Homosexualität und Migrationsfamilien

Versteckspiel | Flirtet der etwa mit mir?


Fortbildungsworkshop aus der Sicht eines Teilnehmers


Es war nicht meine erste Fortbildung im Bereich Diversity. Aber es war die erste Veranstaltung zum Thema HomosexualitätHomosexualität
Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird. Homosexualität ist ein Aspekt der äußerst vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Homosexualität ist den Schwulen und Lesben so selbstverständlich wie der Bevölkerungsmehrheit die Heterosexualität. In allen Kulturen und Epochen der Weltgeschichte findet man Menschen, deren Gefühle und sexuelle Wünsche sich auf das eigene Geschlecht richten. Homosexualität bedeutet nicht nur Sex, sondern vor allem lieben und geliebt werden. Homosexualität gehört zu den Möglichkeiten des Menschengeschlechts. Erklärungsbedürftig ist somit nicht die Homosexualität. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, warum in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen Schwule und Lesben verachten und anfeinden.
und Migration. Als Mitarbeiter einer Sexualberatungsstelle habe ich keine Schwierigkeiten, das Thema HomosexualitätHomosexualität
Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird. Homosexualität ist ein Aspekt der äußerst vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Homosexualität ist den Schwulen und Lesben so selbstverständlich wie der Bevölkerungsmehrheit die Heterosexualität. In allen Kulturen und Epochen der Weltgeschichte findet man Menschen, deren Gefühle und sexuelle Wünsche sich auf das eigene Geschlecht richten. Homosexualität bedeutet nicht nur Sex, sondern vor allem lieben und geliebt werden. Homosexualität gehört zu den Möglichkeiten des Menschengeschlechts. Erklärungsbedürftig ist somit nicht die Homosexualität. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, warum in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen Schwule und Lesben verachten und anfeinden.
anzusprechen. Aber wie geht das mit Migranten?

Ich hoffte, viel über die verschiedenen Kulturen zu hören, aus denen unsere Klientinnen und Klienten stammen. Erst war ich etwas irritiert, als die Teamerin diese Erwartung gleich zu Anfang enttäuschte. Zum Schluss aber war ich begeistert, wie die beiden vom LSVD den Workshop gestaltet hatten. Und ich habe einiges verstanden, was sonst in meinen Aufklärungsveranstaltungen in Schulen anders laufen könnte.

Der Trick ist nämlich nicht, möglichst viel über die jeweiligen Länder zu wissen, wo die Schüler herkommen. Eine Übung zu unseren Vorstellungen vom „typischen Migranten“ hat mir deutlich gemacht, wie viel von diesem Wissen eigentlich Vorurteile sind, einfache Statistiken widerlegen können.

Eine wirkliche Herausforderung aber war das „Versteckspiel“. Ich sollte in einem informellen Kennenlerngespräch alle Hinweise auf meine sexuelle Orientierungsexuelle Orientierung
Die sexuelle Orientierung (Geschlechtspartner-Orientierung) festigt sich erst in der Pubertät. Man geht davon aus, dass kleine Kinder zunächst bisexuell sind, denn sie können sich sowohl mit der Mutter als auch mit dem Vater eine sinnliche Beziehung vorstellen. Später jedoch sind die meisten Mädchen und Jungen heterosexuell, sie verlieben sich nur in Menschen des anderen Geschlechts.
vermeiden. Mein Gesprächspartner wusste nichts von meiner Aufgabe für dieses Gespräch und ich nichts von seiner. Im richtigen Leben sind wir gut befreundet. Aber hier mussten wir so tun, als kennen wir uns nicht. Bei anderen aus dem Team hat diese Übung scheinbar nicht so gut funktioniert. Aber bei uns schon. So gut, dass ich irgendwann dachte: „Flirtet Martin jetzt etwa mit mir?! Der weiß doch, dass ich hetero bin!“ Martin ist schwulschwul
Von schwül = drückend warm. Zunächst abschätzige Bezeichnung für "homosexuell", heute positiv verwendete Selbstbezeichnung von Homosexuellen. "Ich bin schwul und das ist auch gut so", sagte Klaus Wowereit 2001 bei seiner Wahl zum Bürgermeisterkandidaten mutig und selbstbewusst in der Öffentlichkeit. Damit nahm er möglichen Verleumdern den Wind aus den Segeln.
, das war nicht Teil der Übung, aber wir haben das so übernommen.

Erst während der Auflösung und Reflexion in der Gruppe erkannte ich: trotz aller Offenheit und Freundschaft mit Martin wäre ich doch verunsichert, wenn ein Mann mit mir flirten würde. Wie sollte ich als heterosexueller Mann reagieren?

Die Fortbildung hat also eigentlich mehr für meine Selbstreflexion getan, als dass ich Vorlesungen gehört oder Theorien diskutiert habe. Der kurze theoretische Input hatte genau die richtige Länge und war auch richtig platziert, um mal nicht selbst aktiv sein zu müssen. Ich wünschte, es gäbe eine Fortsetzung. Ich habe den Eindruck, dass auch ich in der Aufklärungsarbeit in Schulen meine eigenen Vorurteile immer wieder reflektieren und nicht nur die Schüler dazu anregen muss! Und ich bin schon gespannt auf meinen nächsten Einsatz in der Schule.