LSVD

Hinweise

Das bessere Argument

Es ist der zwanglose Zwang des besseren Arguments, der uns zu Stellungnahmen motiviert. Wir wollen es genauer wissen. Oder wir wissen es besser. Wenn Vorurteile in Frageform angesprochen werden, verlieren sie ihren negativen Charakter. Stattdessen fordern sie uns auf, nachzudenken. Im Modul „Blaue und gelbe Gruppe“ richtet sich die Aufforderung an eine Gruppe. Gemeinsam muss die Frage „richtig“ beantwortet werden. Jeder kann Position beziehen aber auch Unsicherheit zeigen. Immer mehr Gesichtspunkte werden in die Diskussion eingebracht. Es entsteht eine dialogische Gesprächssituation. Auch diejenigen, die nicht selbst sprechen, sondern nur mithören, sind innerlich beteiligt.



Homosexualität und Migrationsfamilien

Tabuthemen offen ansprechen | Wir hatten es anders geplant


Wir hatten geplant, das Thema nicht direkt anzusprechen. „Veränderungen im Lauf von 40 Jahren der Migration“ war als Motto vereinbart. HomosexualitätHomosexualität
Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird. Homosexualität ist ein Aspekt der äußerst vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Homosexualität ist den Schwulen und Lesben so selbstverständlich wie der Bevölkerungsmehrheit die Heterosexualität. In allen Kulturen und Epochen der Weltgeschichte findet man Menschen, deren Gefühle und sexuelle Wünsche sich auf das eigene Geschlecht richten. Homosexualität bedeutet nicht nur Sex, sondern vor allem lieben und geliebt werden. Homosexualität gehört zu den Möglichkeiten des Menschengeschlechts. Erklärungsbedürftig ist somit nicht die Homosexualität. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, warum in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen Schwule und Lesben verachten und anfeinden.
sollte nur so nebenbei einfließen, das fand auch die Leiterin der Migrantinnengruppe. Dann kam alles anders. Ein Mitarbeiter des LSVD outete sich gleich zu Beginn der Veranstaltung. Und die Frauen, die uns eingeladen hatten, griffen das sofort auf. Wir waren überrascht, wie aufgeschlossen sie reagierten. Viele kannten Lesben und Schwule aus ihrem Alltag.

Themen

Lütfi, der Sozialpädagoge, berichtet aus der Beratungsstelle. Die Frauen sind schockiert, dass es noch Zwangsverheiratung gibt. Ihr Thema ist die LiebeLiebe
Nahezu 60 % der Schwulen leben in einer festen Beziehung mit einem Mann. Bei Lesben ist der Trend zu festen Bindungen noch ausgeprägter. Zweidrittel der Lesben leben in Zweierbeziehungen. Eine Partnerin zu haben, steht bei den Wünschen fürs Leben ganz oben auf der Liste. Unter Schwulen und Lesben besteht eine ausgeprägte Tendenz, feste Freundschaften einzugehen. Ein beträchtlicher Teil der schwulen Paare versteht sich als monogam. Recht häufig findet man bei Männern aber auch den Typus der "offenen Beziehung", die Sexualkontakte neben dem festen Freund relativ undramatisch zulässt. In diesen Beziehungen legt man mehr Wert auf seelische denn auf sexuelle Treue.
zu den Kindern. Sie würden sich Sorgen machen, dass homosexuelle Söhne ausgegrenzt werden. Ihre Botschaft ist klar: Eltern müssen ihre Kinder lieben! Die Frage nach medizinischer „HeilungHeilung
Homo- oder Heterosexualität sind keine bloßen sexuellen Gewohnheiten, sondern tief in der Persönlichkeit verwurzelte Muster der Gefühle und Empfindungen. Obwohl es zahllose Forschungen dazu gibt, wie Homosexualität entsteht, kann man letztlich keine "Ursachen" dafür herausfinden: Homosexualität gehört ebenso zur menschlichen Natur wie Heterosexualität. Die Geschichte der Medizin ist voller grauenhafter "Umpolungsversuche". Im Nationalsozialismus haben SS-Ärzte an schwulen KZ-Häftlingen Hormonexperimente und entsetzliche Quälereien vorgenommen. Später versuchte die Verhaltenstherapie, Homosexuelle mit Elektroschocks auf heterosexuell zu dressieren. In den 70er Jahren wurden sogar chirurgische Eingriffe im Gehirn vorgenommen. Alles ohne Erfolg. Aber immer noch versprechen manche Ärzte, Heilpraktiker oder Psychologen, Homosexualität zu "heilen". Vorsicht! Wer an seiner Homosexualität herumdoktern lässt, läuft Gefahr, wirklich krank zu werden.
“ taucht auf. Die Versuche, in religiösen Internaten die Kinder zu verändern, werden verurteilt. Manche religiöse Ansichten seien widersprüchlich: So würden zwar Homosexuelle in einer Moschee als „pervers“ empfunden, doch eigentlich seien Sexualität und Glaube doch Privatsache.

Resümee

Welche Strategie gewählt wird, wie das Thema HomosexualitätHomosexualität
Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird. Homosexualität ist ein Aspekt der äußerst vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Homosexualität ist den Schwulen und Lesben so selbstverständlich wie der Bevölkerungsmehrheit die Heterosexualität. In allen Kulturen und Epochen der Weltgeschichte findet man Menschen, deren Gefühle und sexuelle Wünsche sich auf das eigene Geschlecht richten. Homosexualität bedeutet nicht nur Sex, sondern vor allem lieben und geliebt werden. Homosexualität gehört zu den Möglichkeiten des Menschengeschlechts. Erklärungsbedürftig ist somit nicht die Homosexualität. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, warum in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen Schwule und Lesben verachten und anfeinden.
eingeführt wird, hängt sehr von den Gastgebern ab und sollte abgesprochen werden. Wir schlagen vor, immer wieder inhaltlichen Input zu bieten. In Gruppen gibt es meist Wortführerinnen und Schweigerinnen. Die Schweigerinnen sollten direkt angesprochen werden. Das Ziel ist ein Gruppengespräch. In unserem Fall ist es gelungen, einen Raum zu schaffen, in dem ohne Vorurteile und Angst vor Verurteilung diskutiert werden konnte. Wir sind gleich ein zweites Mal eingeladen worden.