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Homosexualität und Migrationsfamilien

Christentum – Bibel

 

Es steht geschrieben ...

Schwuler gläubiger Christ oder gar lesbische Pfarrerin zu sein – für viele Menschen ist das ein Widerspruch. Als Erklärung wird auf die Bibel verwiesen. Im Alten Testament stünde, dass ein Mann nicht mit einem Mann schlafen darf. Liest man jedoch den Originaltext, so ist die Interpretation zweifelhaft. Denn dort ist nicht mehr die Rede von dem Mann, sondern dem „Jungen“. Es wurde ursprünglich also die Sexualität zwischen einer erwachsenen und einer minderjährigen Person verboten. Außerdem wird im Urtext nur allgemein von zwei „Menschen“ gesprochen, die in unsittlicher Weise beieinander liegen. Denn die hebräische Schriftsprache kannte damals noch keine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern.

Biblische Stellen sind ausschlaggebend

Viele christliche Theologen und Bibelkundler sagen daher: Das Thema der homosexuellen LiebeLiebe
Nahezu 60 % der Schwulen leben in einer festen Beziehung mit einem Mann. Bei Lesben ist der Trend zu festen Bindungen noch ausgeprägter. Zweidrittel der Lesben leben in Zweierbeziehungen. Eine Partnerin zu haben, steht bei den Wünschen fürs Leben ganz oben auf der Liste. Unter Schwulen und Lesben besteht eine ausgeprägte Tendenz, feste Freundschaften einzugehen. Ein beträchtlicher Teil der schwulen Paare versteht sich als monogam. Recht häufig findet man bei Männern aber auch den Typus der "offenen Beziehung", die Sexualkontakte neben dem festen Freund relativ undramatisch zulässt. In diesen Beziehungen legt man mehr Wert auf seelische denn auf sexuelle Treue.
kommt in der Bibel gar nicht vor. Die Erwähnungen an ganzen fünf Stellen geschehen in Zusammenhängen, die mit HomosexualitätHomosexualität
Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird. Homosexualität ist ein Aspekt der äußerst vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Homosexualität ist den Schwulen und Lesben so selbstverständlich wie der Bevölkerungsmehrheit die Heterosexualität. In allen Kulturen und Epochen der Weltgeschichte findet man Menschen, deren Gefühle und sexuelle Wünsche sich auf das eigene Geschlecht richten. Homosexualität bedeutet nicht nur Sex, sondern vor allem lieben und geliebt werden. Homosexualität gehört zu den Möglichkeiten des Menschengeschlechts. Erklärungsbedürftig ist somit nicht die Homosexualität. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, warum in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen Schwule und Lesben verachten und anfeinden.
im heutigen Sinne nichts zu tun haben. Es werden dort sexueller Missbrauch und Vergewaltigung verdammt.

Im Neuen Testament ist oft von Beziehungen zwischen zwei Männern die Rede. Einzelne Stimmen meinen sogar, die Beschreibungen von Jesus mit seinen Jüngern hätten homosexuelle Züge. Auch viele alte Gemälde mit biblischen Szenen zeigen einen engen Köperkontakt zwischen Menschen gleichen Geschlechts.

Die Bibel ist von Menschen geschrieben, es sind Beschreibungen von Gotteserfahrungen. Seit Jahrhunderten wird übersetzt und immer wieder neu interpretiert. Manche dieser Interpretationen sind heute überholt.

Alt-katholische Kirche

Wer von der „katholischen Kirche“ spricht, meint meistens die römisch-katholische Kirche. Dabei wird die seit 1870 bestehende alt-katholische Kirche vergessen. Die alt-katholische Kirche hat ein offenes Verhältnis zu HomosexualitätHomosexualität
Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird. Homosexualität ist ein Aspekt der äußerst vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Homosexualität ist den Schwulen und Lesben so selbstverständlich wie der Bevölkerungsmehrheit die Heterosexualität. In allen Kulturen und Epochen der Weltgeschichte findet man Menschen, deren Gefühle und sexuelle Wünsche sich auf das eigene Geschlecht richten. Homosexualität bedeutet nicht nur Sex, sondern vor allem lieben und geliebt werden. Homosexualität gehört zu den Möglichkeiten des Menschengeschlechts. Erklärungsbedürftig ist somit nicht die Homosexualität. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, warum in unserer Gesellschaft immer noch viele Menschen Schwule und Lesben verachten und anfeinden.
: „Die Synode stellt fest, daß in vielen unserer Gemeinden gleichgeschlechtlich liebende Frauen und Männer integriert sind. Die Synode bittet die Gemeinden, sich um ein Klima der Akzeptanz, der Offenheit und Toleranz gegenüber homosexuell liebenden und lebenden Menschen weiterhin zu bemühen.“. Amtliches Kirchenblatt Nr. 2/1997.

Die Position der Lutheraner

Dazu sagte Dr. Johannes Friedrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern 2003: „Es kann keine Rede davon sein, dass die Lebensweise eines Menschen über sein Heil oder Unheil entscheidet. Lutheraner haben dies stets abgewiesen. Es ist nicht das rechte Leben, sondern die Gerechtigkeit Gottes in Christus, die uns Gott recht sein lässt. Damit verbietet sich für eine lutherische Kirche der Gedanke, dass gleichgeschlechtlich liebende Menschen von der Mitarbeit in unserer Kirche auszuschließen wären. Als Landesbischof dieser Kirche verwahre ich mich gegen jegliche Form der DiskriminierungDiskriminierung
Auch nach der Abschaffung des § 175 kommt es immer noch zu Anfeindungen gegen Lesben und Schwule: 80 % der Betroffenen berichten von Diskriminierungserlebnissen im Privatleben, im öffentlichen Leben und besonders am Arbeitsplatz: Mobbing, Anmache, Übergehen bei der Beförderung. Jeder vierte schwule Mann war wegen seiner Homosexualität gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. Auch viele Lesben haben Gewalt erlebt.
von Menschen und damit auch gegen die DiskriminierungDiskriminierung
Auch nach der Abschaffung des § 175 kommt es immer noch zu Anfeindungen gegen Lesben und Schwule: 80 % der Betroffenen berichten von Diskriminierungserlebnissen im Privatleben, im öffentlichen Leben und besonders am Arbeitsplatz: Mobbing, Anmache, Übergehen bei der Beförderung. Jeder vierte schwule Mann war wegen seiner Homosexualität gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. Auch viele Lesben haben Gewalt erlebt.
Homosexueller.“

 

Lesetipp: Artikel von Dr. Ben Khumalo-Seegelken: "Gemeinschaft der Verschiedenen" (PDF)